ePass

Der Reisepass oder auch ePass

Der ePass hat eine Gültigkeit von 10 Jahren und bietet nach Meinung der Bundesregierung einen Höchststand an Fälschungssicherheit. Der neue Reisepass kostet 59 Euro und speichert auf einem Chip (einem RFID-Chip) das Gesichtsbild des Passinhabers. Seit 2007 enthält der Reisepass auch Fingerabdrücke (der beiden Zeigefinger). Für Jugendliche ist der Pass nur sechs Jahre gültig und kostet 37,50 Euro. Der neue Reisepass ist wie andere Plastikkarten viel handlicher und effektiver als der alte, bisherige Reisepass.

Expresspass

Wer es nun wirklich ganz besonders eilig hat, der kann einen Expresspass beantragen. Dann erhält er den ePass im Expressverfahren innerhalb von 48 Stunden ausgestellt. Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass der Antrag bis 12.00 Uhr in Berlin eingegangen sein muss. Die Gebühr für den Expresspass beläuft sich auf 91 Euro (für Antragsteller unter 24 Jahren 69,50 Euro).

Nicht jeder Mitarbeiter in den Bürgerbüros oder Stadtämtern weiß das. Also vielleicht dezent darauf hinweisen!

Kosten des ePasses

Die Passgebührenverordnung §1 besagt: Antragstellung vor Vollendung des 24. Lebensjahres (Gültigkeitsdauer sechs Jahre):

    • 32-seitiger Reisepass: 37,50 €
    • 48-seitiger Reisepass: 59,50 €
    • Express-Reisepass – 32 Seiten (Ausstellung innerhalb von 72 Stunden): 69,50 €
    • Express-Reisepass – 48 Seiten (Ausstellung innerhalb von 72 Stunden): 91,50 €

Antragsstellung nach Vollendung des 24. Lebensjahres (Gültigkeitsdauer zehn Jahre):

    • 32-seitiger Reisepass: 59,– €
    • 48-seitiger Reisepass: 81,– €
    • Express-Reisepass – 32 Seiten (Ausstellung innerhalb von 72 Stunden): 91,– €
    • Express-Reisepass – 48 Seiten (Ausstellung innerhalb von 72 Stunden): 113,– €

Wer seinen neuen Pass in einer deutschen Auslandsvertretung (Botschaft, Konsulat) beantragt, muss zusätzlich zu den normalen Kosten auch die im Auslandskostengesetz festgehaltenen Gebühren entrichten: nach Passgesetz §20 sind das bis zu 300% der inländischen Gebühren. Außerhalb der Dienstzeit darf die Gebühr dann noch einmal um 200 Prozent erhöht werden. Die genauen Informationen hierzu erhalten Sie bei den deutschen Auslandsvertretungen.

Zum Hintergrund: Grundlagen: Die Europäische Union hat am 28.02.2005 beschlossen, elektronische Reisepässe einzuführen. Diese Reisepässe beinhalten wie bisher die personenbezogenen Daten sowie ein Lichtbild des Passbesitzers; künftig werden diese Informationen zusätzlich auch auf einem Chip gespeichert. In einer späteren Phase sollen außerdem zwei Fingerabdrücke des Passbesitzers abgespeichert werden. Deutschland folgt bei seinem Pass-Projekt den technischen Empfehlungen der EU und denen der unabhängigen und bei den Vereinten Nationen angesiedelten ICAO (International Civil Aviation Organization = Internationale Zivile Luftfahrtbehörde), um einen international anerkannten und interoperablen Reisepass anzubieten.

Chip: Für den ePass werden Mikroprozessoren der Halbleiterhersteller Philips und Infineon mit 72 kB bzw. 64 kB Speicher verwendet. Bei diesen Chips handelt es sich um hochsichere Mikroprozessoren mit kryptographischen Koprozessoren, die für die Passanwendung ausschließlich über eine kontaktlose Schnittstelle angesprochen werden können. Sowohl die Chiphardware als auch die auf dem Chip eingesetzte Software wird durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationsgesellschaft (BSI) dem international anerkannten Verfahren “Common Criteria” zertifiziert und damit für den Einsatz im Reisepass qualifiziert.

Sicherheit: Der Chip und die für das Auslesen notwendige Antenne werden in die Vorderseite des Reisepasses integriert. Die auf dem Chip gespeicherten digitalen Daten sind durch verschiedene Sicherheitsmechanismen geschützt. Sie sind mit einer elektronischen Signatur versehen, die die Integrität und Authentizität der Daten sicherstellt. Damit die Daten über die kontaktlose Schnittstelle nicht unbemerkt ausgelesen werden können, wird der Mechanismus der so genannten Basic Access Control eingesetzt, der für den EU-Biometrie-Pass verpflichtend ist. Das bedeutet, dass der Chip auf einem Terminal-Gerät erst dann ausgelesen werden kann, wenn vorher die optischen Daten von der Datenseite des aufgeschlagenen Passes gelesen wurden. Das Terminal sendet darüber dem Chip ein kryptografisches Protokoll und übermittelt so, dass es die optischen Daten auf der Datenseite im Pass kennt. Zudem wird die Kommunikation zwischen Terminal und Pass verschlüsselt, damit ein Außenstehender nicht die Möglichkeit hat, die kontaktlose Kommunikation zwischen Pass und Terminal abzuhören. Ausgelesen wird der ePass mit dem vom BSI entwickelten Golden-Reader-Tool. (Quelle: Pressemitteilung BMI)

USA und normaler Reisepass ohne Chip

Solange das Ausstellungsdatum eines maschinenlesbaren Passes ohne biometrische Daten vor dem 26. Oktober 2006 liegt , fällt er unter eine vorgesehene Übergangsregelung, die visafreie Einreise und Transit in den USA weiterhin zulässt. Das bedeutet, dass deutschen Pässe, die schon vorher im Umlauf waren oder noch vor November 2005 ausgestellt wurden, während ihrer gesamten Gültigkeitsdauer zur Einreise in die USA berechtigen. Reisebüro Reiseangebote für die USA

Bitte nicht lächeln

Damit die Elektronik das Passbild sauber verarbeiten kann, muss es neuen Regeln entsprechen. Das Gesicht muss frontal abgebildet sein; das Halbprofil ist nicht mehr zulässig. Kopf und Frisur sollen komplett sichtbar sein, das Gesicht soll drei Viertel der Bildhöhe ausmachen. Die Person muss “mit neutralem Gesichtsausdruck und geschlossenem Mund” in die Kamera blicken. Bitte nicht lächeln. Bei Brillenträgern sollen die Augen deutlich erkennbar sein. Ein Kopftuch aus religiösen Gründen ist zulässig, aber auch damit muss das Gesicht von der Kinnunterkante bis zur Stirn erkennbar sein. Die Fotografen wurden darüber und über die vielen weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Ausleuchtung, des Hintergrunds, der Kopfposition usw. informiert. Es wird allerdings empfohlen, bei der Herstellung der Passfotos im Fotogeschäft nochmals darauf hinzuweisen, dass die Bilder für den neuen Reisepass benötigt werden.

Kinderausweise heißen ab sofort Kinderreisepässe

Für die Ausstellung eines Kinderreisepasses für Kinder bis 16 Jahren ist ein Lichtbild nach der neuen Fotomustertafel zwingend erforderlich. Bislang war die Ausstellung eines Kinderreisepasses mit Lichtbild für ein Kind unter 10 Jahren freigestellt. Unabhängig vom Alter des Kindes ist also eine Ausstellung eines Kinderreisepasses ohne Lichtbild nicht mehr zulässig. Man braucht also

  1. Die Zustimmungserklärung zur Ausstellung eines Kinderreisepasses von den Sorgeberechtigen unterschrieben
  2. deren Ausweis oder Reisepass zum Abgleich
  3. ein aktuelles Foto
  4. die Unterschrift des Kindes (ab 10 Jahren zwingend erforderlich).

(Quelle: Stadt Neuburg)

Kindereinträge im Reisepass der Eltern ungültig

Seit Juni 2012 sind Kindereinträge im Reisepass der Eltern ungültig!

Jedes Kind benötigt ab sofort einen eigenen Reisepass bzw. Kinderreisepass oder Personalausweis zum Grenzübertritt – das hängt davon ab, in welches Land Sie reisen möchten. Als Reisedokumente für Kinder stehen Kinderreisepässe, Reisepässe und – je nach Reiseziel – Personalausweise zur Verfügung.

In der EU-Passverordnung steht das Motto “pro Person ein Pass”. Dieses Motto war bis zum 26. Juni 2012 umzusetzen.

 

Foto von Christian Horvat (Eigenes Werk) [Public domain oder CC-BY-SA-2.0-de (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], durch Wikimedia Commons