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US-Reisepass zurückgeben kostet 2350 Dollar

Viele US_Bürger leben im Ausland und wollen auch wegen eines neues Gesetzes der Steuerbehörde ihren Reisepass zurückgeben.

Viele US-Bürger leben im Ausland und wollen auch wegen eines neues Gesetzes der Steuerbehörde ihren Reisepass zurückgeben.

Die US-Regierung angeblich plant angeblich, bald ein Gesetz zu erlassen, dass bei Steuerschulden von mehr als $ 50.000 der Reisepass des Schuldners eingezogen werden kann.

Wie das Wall Street Journal berichtet, wird das Gesetz bei unbezahlten Bundessteuern in Kraft treten. Sollte ein Bürger der USA eine Steuerschuld von über 50.000 Dollar haben, einschließlich Zinsen und Strafzahlungen, hätten die Finanzbehörden Zugriff auf den Reisepass. Die Strafe würde ausgesetzt, wenn der Steuerschuldner schon in Verhandlungen mit der Behörde stünde oder die Steuerschuld anfechten würde.

Gerechnet wird der Zeitung zufolge mit ca. sieben Millionen eventuell betroffenen US-Bürgern im Ausland.

„Die Amerikaner im Ausland müssen ihre Pässe für viele Routinetätigkeiten des täglichen Lebens nutzen, wie Geschäfte bei Banken, Registrierungen in einem Hotel oder die Registrierung eines Kindes für die Schule, und Fehler könnten verheerend sein „, meint Charles Bruce, ein Anwalt, der amerikanische Staatsbürger im Ausland berät.

Die Steuerbehörde der USA, der Internal Revenue Service (IRS), ist dem Finanzministerium unterstellt und schickte im Jahr 2014 855.000 Mitteilungen an die US-Bürger im Ausland, konnte aber viele Bürger nicht erreichen, weil viele Adressen nicht stimmten oder gar nicht erst zu ermitteln waren. Der Einzug des Reisepasses soll dem abhelfen.

Tausende US-Bürger wollen auch aufgrund dieses neuen Gesetzes ihren Reisepass zurückgeben – und damit ihre Staatsbürgerschaft. Viele US-Amerikaner besitzen zwei Staatsbürgerschaften. Die Rückgabe des Reisepasses aber wird teuer: 2350 Dollar kostet es seit September, den Reisepass abzugeben.

Trotzdem sind die Zahlen der Rückgabe von Reisepässen in die Höhe geschnellt. Mehr als 3000 Bürger haben im vergangen Jahr ihren Pass abgegeben. Schon fordern einige Abgeordnete, ehemaligen US-Bürgern die Einreise in die USA zu verweigern

Teurer Reisepass

Das Motown-Museum in Detroit. Was ein Reisepass damit zu tun hat? Foto: Dig Downtown Detroit / Flickr (CC BY 2.0)

Das Motown-Museum in Detroit. Was ein Reisepass damit zu tun hat?
Foto: Dig Downtown Detroit / Flickr (CC BY 2.0)

Ein Reisepass für 14.600 Euro

Wie man mit Hilfe eines Reisepasses aus 50 Cent macht, zeigte ein ehemaliger Mitarbeiter des berühmten Motown-Museums aus Detroit, Michigan, USA. Das Motown Museum ist eine der bekanntesten Touristen-Attraktionen in der Stadt. Besucher kommen aus aller Welt, um einmal im Studio A zu stehen, wo legendäre Plattenaufnahmen entstanden sind. Unter anderem auch Hits wie „I Heard It Through The Grapevone“ von Marvin Gaye.

Der ehemalige Mitarbeiter des Studios kaufte auf einem Flohmarkt in Detroit, dem Warren Flea Market, mehrere Schallplatten für jeweils 50 Cent. Wieder Zuhause angekommen, fiel aus einer der Plattenhüllen ein alter Reisepass heraus. Es handelte sich um den Pass des Soul-Stars Marvin Gaye.

In der Fernsehsendung „Antiques Roadshow“ berichtete der Sammler jetzt von seinem Fund. In dieser Sendung sitzen Experten, die antike Gegenstände schätzen. Diese empfahlen sofort, den Reisepass für ca. 14.600 Euro zu versichern. Zeugnisse aus dem Leben des Künstlers seien relativ selten, daher sei der hohe Preis des Reisepasses zu rechtfertigen.

USA: Kontrolle des Reisepasses dauert mehrere Stunden

Die Einreise in die USA dauert momentan sehr lange. Die Kontrolle des Reisepasses kostet Zeit und Nerven. © Eléonore H - Fotolia.com

Die Einreise in die USA dauert momentan sehr lange. Die Kontrolle des Reisepasses kostet Zeit und Nerven.
© Eléonore H – Fotolia.com

Jeder dritte Einreisende in die USA bemängelt die Einreiseprozedur  Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag der US Travel Association Ende März 2013 durchgeführt worden ist. Danach stufen die Reisenden die Kontrolle des Reisepasses bei der Einreise in die USA als ineffizient oder verwirrend ein. Und mehr als 43 Prozent der Reisenden würden ihren Bekannten empfehlen, erst einmal von einer Einreise in die USA abzusehen.

Reisende warten bei der Passkontrolle teilweise bis zu drei Stunden auf den Flughäfen, es bilden sich mitunter Warteschlangen von mehreren Hundert Metern.

Die Zoll-und Einreiseformalitäten auf den Flughäfen in den USA sind momentan aufgrund der aktuellen Haushaltslage – die Grenzbeamten dürfen keine Überstunden mehr machen – sehr langwierig. Jeder siebte Befragte gab an, wegen der Dauer der Einreiseformalitäten sogar einen Anschlussflug verpasst zu haben bzw. dass er Hotelreservierungen oder Mietwagenbuchungen stornieren musste. Und zwei von drei Reisenden meinten, in den kommenden fünf Jahren auf eine erneute Einreise in die USA verzichten zu wollen.

Und es kommt noch schlimmer: Die amerikanischen Bundesbehörden sind wegen der Haushaltsbeschlüsse in der Pflicht, zukünftig noch mehr zu sparen. Das Department of Homeland Security wird mehr Personal einsparen müssen. Daher wird sich die Situation der Passkontrolle für die Einreisenden noch weiter verschlimmern.

Befragt wurden insgesamt 1.200 ausländische Reisende aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan, China und Brasilien.