Der Markt für gefälschte und echte Reisepässe boomt

Gefälschte und auch echte Reisepässe aus Syrien sind leicht zu erwerben.

Gefälschte und auch echte Reisepässe aus Syrien sind leicht zu erwerben.

Um die 15.000 neue Reisepässe sind insgesamt in Syrien und dem Irak von Kämpfern des sogenannten „Islamischen Staates“ erbeutet worden. Es handelt sich um Blanko-Reisepässe, deren Nummern auf einer Liste stehen, die europäischen Behörden zur Verfügung steht. Woher die Behörden diese Liste mit den Passnummern haben, ist nicht bekannt. Diplomaten berichten, dass es sich um insgesamt 5000 neue Reisepässe aus Syrien und 10.000 aus dem Irak handelt.

Es sind offiziell gültige Reisepässe, die nur noch ausgefüllt werden müssen. Die dazu nötigen Gerätschaften befinden sich ebenfalls in den Händen der Terroristen, wie amerikanische Behörden mitteilten. Einer der Attentäter von Paris soll einen solchen Reisepass verwendet haben, meinen die US-Behörden.

Wer im Besitz eines der gestohlenen Reisepässe ist, dem ist die Fälschung schwer nachzuweisen, weil sie wie die offiziellen Pässe aussehen. Auf dem in den letzten Monaten gewählten Flüchtlingswegen aus diesen Ländern dürfte die Einreise mit diesen Papieren daher nicht schwerfallen.

Ein syrischer Ausweis ist unter Flüchtlingen sehr begehrt. Vor kurzem erst wurden in Bulgarien rund 10.000 syrische Pässe von der Polizei beschlagnahmt – sie waren alle ausnahmslos gefälscht. In Europa blüht der Schwarzhandel mit Pässen.

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex klärte erst im Septemter über einen großen Markt für gefälschte Reisepässe in der Türkei auf. Einige Journalisten reisten daraufhin in das Land. Es gelang ihnen innerhalb weniger Stunden, Reisepässe zu kaufen, die angeblich aus Syrien stammen sollten. Im Durchschnitt kostete ein solches Dokument umgerechnet 750 Euro und war innerhalb weniger Stunden besorgt.