Biometrie

Biometrie

Biometrie

Begriffsklärung: Biometrie wird definiert als Wissenschaft der Vermessung der Körper von Lebewesen. Biometrie erfasst mit Hilfe mathematisch-statistischer Methoden physische (körperliche) oder verhaltenstypische Merkmale von Lebewesen und wertet diese aus. Das Wort Biometrie leitet sich ab von den griechischen Wörtern für Leben (Bios) und Maß (Metron). In der Informationstechnologie bedeutet Biometrie das Erkennen von Benutzern an ihren individuellen Merkmalen.

Praktischer Nutzen

Mithilfe der Biometrie werden wissenschaftliche Experimente und Erhebungen geplant und ausgewertet. Dies findet sich z.B. im medizinischen Bereich für das Handling klinischer Studien, von der Planung über die Durchführung bis zur Auswertung. Es werden mit ihrer Hilfe Diagnose- und Behandlungsverfahren ausgewertet und eventuelle Nebenwirkungen von neuen Arzneimitteln geklärt. Darüber hinaus findet Biometrie Anwendung in allen Bereichen von Identifikationssystemen, zu denen auch der neue Reisepass gehören wird.

Zahlreiche Kontrollsysteme für Zugänge und Genehmigungen in Polizei und Justiz, Banken und Versicherungen, EDV und Telekommunikation sind auf biometrische Daten abgestimmt.

Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages schreibt hierzu: „Biometrische Verfahren zur Erkennung von Personen wurden und werden entwickelt, um nur Befugten den Zutritt zu bestimmten Gebäuden, Räumlichkeiten, Geldautomaten sowie speziellen Bereichen der Informationstechnologie zu gewähren oder die Kontrolle von Personen z. B. an Grenzübergängen oder Flughäfen zu verbessern. Sie finden auch bei der Dokumentenausstellung und bei elektronischen Wegfahrsperren für Autos Anwendung. Darüber hinaus ist ihr Einsatz bei der Abgabe von Willenserklärungen aufgrund automatischer Unterschriftenprüfung im elektronischen Rechtsverkehr möglich. Eine Aufnahme biometrischer Merkmale in Pässe und Personalausweise kann zur Erhöhung sowohl der Sicherheit als auch der Fälschungssicherheit entsprechender Dokumente beitragen.“

Computergestütztes Identifizieren von Menschen geschieht über deren biologischen Merkmale:

  • Fingerabdruck
  • Handabdruck
  • Hand- und Fingergeometrie
  • Gesicht
  • Iris
  • Netzhaut
  • Stimme
  • Unterschrift

Diese Daten werden mithilfe von Sensoren und Scannern aufgenommen und generalisiert. Das Ergebnis sind Referenzdaten, die im Vergleich vieler Individuen (1:n-Vergleich = „one-to-many“) die Identität einer Person bestimmbar machen. Systeme zur Verifizierung stellen fest, ob die von einer Person behauptete Identität tatsächlich zutrifft. Hierzu werden die Eingangsdaten mit den für die bestimmte Person gespeicherten Referenzdaten verglichen (1:1-Vergleich = „one-to-one“).

Da die Ergebnisse biometrischer Verfahren aus Wahrscheinlichkeitsberechnungen abgeleitet werden, ist eine hundertprozentige Sicherheit nicht gegeben.

Wichtig ist:

Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz biometrischer Verfahren zur Identifikation von Personen ist die Erfassung geeigneter Merkmale zur unverwechselbaren Bestimmung einzelner Individuen. Eine Kombination der Erfassung unterschiedlicher Charakteristika erhöht die Sicherheit der Erkennung.

Biometrische Merkmale sind nicht – wie etwa ein Passwort oder eine Geheimzahl – personenbezogen sondern personengebunden, d.h. biometrische Erkennungsmerkmale können nicht wie eine PIN-Nummer weitergereicht, vergessen oder verloren werden. Die Fälschungssicherheit ist sehr hoch.